Ein gegenseitiges Verständnis für Kulturunterschiede und Lebensweisen zu entwickeln, ist nicht nur der Schlüssel für eine langlebige und harmonische Freundschaft, sondern auch für das persönliche Wachstum in Toleranz, Weltoffenheit und Empathie. Genau diese Dinge sind es, die die Stadt Yokohama in der jungen Generation fördern möchte, um sie zu talentierten und weltgewandten Personen heranwachsen zu sehen. Daher ist der Schüleraustausch mit der Stadt Frankfurt auch eine essenzielle Säule der 2011 geschlossenen Städtepartnerschaft. Doch auch andere kulturelle Themen sind Teil dieser Partnerschaft.
Als die Frankfurter Delegation mit Oberbürgermeister Mike Josef im September Yokohama besuchte, waren einige dieser Themen Teil des Programms. Den einfachsten Zugang zur Kultur ermöglichen die Natur und das Essen. Die Gruppe besuchte den Sankeien Garten, der seit 1906 der Öffentlichkeit zugänglich ist. Es war der Gruppe sogar möglich, einige der sehr alten Gebäude zu besichtigen und einen Einblick in die Kunst der Fertigung der Tatami-Böden zu erhalten. In einem dieser Gebäude konnte die Gruppe ein Bento, eine traditionelle japanische Lunchbox mit verschiedenen Köstlichkeiten genießen. Was die deutsche und japanische Seite gemein haben: Ein so prachtvoller Garten ist für eine Metropole ein großer Gewinn als Ruhepol und Erholungsort, aber auch für die Bildung der jungen Generation.
Schüleraustausch
Dieser widmete sich die Delegation mit einem Besuch an der Sakuragaoka Oberschule, der Partnerschule der Schule am Ried, und der Yokohama Kunstuniversität. An der Schule konnte die Gruppe ein Kulturfest miterleben. Solche Schulfeste werden vor allem durch die Schüler geplant, organisiert und durchgeführt. Die verschiedenen Clubs stellten sich so der restlichen Schülerschaft, den Lehrern und den Eltern vor und es gab ein Angebot an Speisen und Getränken, das ebenfalls von den Schülern zubereitet wurde. Die Delegation hatte das Glück, im Tee-Club eine von Schülern durchgeführte traditionelle Teezeremonie erleben zu können und so noch tiefer in die Kultur einzutauchen. Außerdem konnten sich die Schulleiterinnen zum ersten Mal persönlich treffen und über das bisherige, sowie künftige Austauschprogramm unterhalten.
Der Austausch zwischen den beiden Schulen begann im November 2017 und seither gab es regelmäßige Besuche und Gegenbesuche, nur kurzzeitig unterbrochen durch die Corona-Pandemie. Aber selbst in dieser Zeit bemühten sich beide Seiten, den Austausch über digitale Angebote am Leben zu erhalten. Bei den Besuchen, bei denen beide Seiten in einer Gastfamilie untergebracht sind und so hautnah Einblicke in das echte Leben im anderen Land erhalten können, geht es nie nur um Sightseeing. Die Schüler besuchen auch den Unterricht an ihren Gastschulen und sie erarbeiten gemeinsame Projekte zu Bildungsthemen, für die sie sich selbst entscheiden, weil sie für sie jetzt oder in Zukunft relevant sind.
Foto: Der ehemalige Schulleiter Gans mit der unterzeichneten Vereinbarung
Künstleraustausch
Der Besuch an der Kunstuniversität gab der Delegation die Möglichkeit, das 2016 entstandene Grafittibild zu besichtigen. Man hatte dort befürchtet, das Bild werde vielleicht nicht lange halten, doch es sah nach 10 Jahren noch genauso aus wie am Tag der Fertigstellung. Im Rahmen des Künstleraustauschprogramms war Justus Becker, ein Frankfurter Grafitti-Artist nach Yokohama gereist und hatte dort nicht nur das beeindruckende Wandbild geschaffen, sondern auch einen Grafitti-Workschop für Studenten gegeben, die in Gruppen ihre eigenen Grafitti-Bilder auf großen Leinwänden erstellen konnten.
Hauptbild und Foto rechts: Stadt-Frankfurt-am-Main-Yuko-Tahara
2018 war als Gegenbesuch für den Künstleraustausch die Tänzerin Nakamura Yô aus Yokohama nach Frankfurt gekommen und hatte dort nicht nur einen Auftritt auf dem Main Matsuri, das damals noch in Frankfurt stattfand, sondern gab auch zwei Tanz-Workshops. Der eine fand an der Schule am Ried für Schüler statt und der andere wurde für Frankfurter Bürger gegeben. So konnte dieser Austausch mehrere Altersgruppen erreichen und die Freundschaft zwischen Yokohama und Frankfurt auf vielen Ebenen vertiefen.
VHS Bürgerreise
Ein weiterer Austausch zwischen den Bürgern beider Städte fand 2022 mit der VHS-Bürgerreise nach Yokohama statt. Das Programm gab den Teilnehmern nicht nur einen Einblick in die Kultur, sondern auch in Themen wie Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit. Auch dort konnten die Teilnehmer deutsch-lernende Bürger Yokohamas kennenlernen, sich austauschen und die Freundschaft der beiden Städte ganz persönlich erleben. Für 2027 ist eine weitere Reise geplant, die im Rahmen der Green x Expo nicht nur neue Bildungsthemen zu bieten hat, sondern auch an diese freundschaftlichen Bande anknüpfen und sie weiter ausbauen wird.











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