Auswirkungen der Corona-Krise 5 – Arbeitsmarktlage

1 Übersicht der aktuellen Arbeitsmarktlage

Die Warnungen, die in den vergangenen Monaten von den verschiedensten Seiten her zur Arbeitsmarktlage ausgesprochen worden waren, schlagen sich in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit nieder.

Im April war ein Corona-bedingter starker Anstieg der Arbeitslosenzahlen verzeichnet worden. Von März auf April stieg die Zahl um 308.000 auf 2.644.000. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Anstieg um 415.000 Personen. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,7 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

 

Anfang Juni sprach der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Detlef Scheele davon, dass der Arbeitsmarkt durch die Corona-Krise weiterhin unter Druck sei:  „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind auch im Mai gestiegen, allerdings nicht mehr so stark wie im April. […] Die Kurzarbeit hat das Niveau der Krise von 2009 deutlich überschritten. Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern ist weiterhin rückläufig […].“

Konkret bedeutet dies, dass die Arbeitslosenzahl im Mai um 169.000 Personen auf 2.813.000 Personen gestiegen ist, was einem Zuwachs im Verhältnis zum Vorjahr von 577.000 Personen bedeutet. Prozentual betrachtet stieg die Quote im Mai auf 6,1 Prozent an.1 Das ist ein Anstieg zum Mai 2019 von 1,2%.

364.000 mehr Personen als im Vorjahr, insgesamt 1.058.000 Personen bezogen Arbeitslosengeld und 4.027.000 Personen, also 75.000 Personen mehr als im Mai 2019 erhielten Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II). Das bedeutet, dass im Mai 2020 7,4 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter hilfebedürftig waren.

Bei der Berechnung der Kurzarbeiterzahlen muss beachtet werden, dass Betriebe vor Aufnahme der Kurzarbeit den voraussichtlichen Arbeitszeitausfall anzeigen müssen, was im Mai für 1,06 Millionen Personen getan wurde. Für März und April wurde zusammengenommen für 10,66 Millionen Personen angezeigt, was jedoch nicht zwingend die tatsächliche Zahl von Inanspruchnahmen widerspiegelt.

Im März wurde für 2,02 Millionen Personen tatsächlich Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Für April und Mai stehen die Hochrechnungen noch aus, doch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit im März lag damit bereits weit über den Zahlen zur Zeit der Großen Rezession 2008/2009.

Die Arbeitskraftnachfrage ging dem Bericht der Bundesagentur für Arbeit zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 208.000 auf 584.000 Arbeitsstellen zurück. Der BA-Stellenindex (BA X), ein Indikator für die Personalnachfrage in Deutschland, sei im Mai von 94 auf 91 Punkte gesunken und liege damit 38 Punkte niedriger als im Vorjahr.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt zeigten sich diese Tendenzen. Im Verhältnis zum Vorjahr wurden 39.000 weniger BewerberInnen auf Ausbildungsstellen, sowie 46.000 weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Besonders zurückgegangen seien Ausbildungsstellen in Gastronomie- und Hotellerieberufen, im Friseurhandwerk, in Maschinenbau- und Betriebstechnik, in der Elektrotechnik, in kaufmännischen Berufen, in Informatikberufen, im Lebensmittelverkauf und im Berufskraftverkehr.3

2 Faktoren für den Anstieg der Arbeitslosigkeit

Die Bundesagentur für Arbeit stellte in ihren Analysen fest, dass die Zunahme der Arbeitslosenzahlen nicht ausschließlich auf Corona-bedingte Entlassungen zurückzuführen seien, sondern auch darauf, dass weniger Neueinstellungen verzeichnet wurden und es somit schwerer sei, aus der Arbeitslosigkeit wieder herauszufinden. Zudem umfasse die Gesamtzahl auch jene, die zwar nicht entlassen wurden, jedoch als selbstständig Tätige aufgrund weggefallener Aufträge ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen konnten.5

Als mildernder Faktor kann den Analysen zufolge durchaus die Kurzarbeitsmaßnahme genannt werden. Während der Finanzkrise im Jahre 2009  hatte es über 1,4 Millionen Kurzarbeiter gegeben und unterschiedliche Studien wiesen in der Folge darauf hin, dass der Anstieg der Arbeitslosenzahlen damals wesentlich durch Kurzarbeit abgemildert werden konnte. Daran, dass bisher die Kurzarbeit-Antragszahlen deutlich höher sind, als während der Finanzkrise, zeigt sich, dass ein starkes Interesse herrscht, Entlassungen zu vermeiden.6

Die Experten warnen jedoch, dass im Falle von Insolvenzen die Maßnahme der Kurzarbeit den Anstieg von Arbeitslosigkeit nicht verhindern könne. Sollte der wirtschaftliche Schock darüber hinaus nicht nur temporär sein, sondern sich zu einer systemischen Krise auswachsen, könne Kurzarbeit Arbeitsplätze ebenfalls nicht nachhaltig sichern.7

3 Prognosen

Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) berät als besondere Dienststelle der  Bundesagentur für Arbeit politische Akteure und erstellt unter anderem Prognosen für den weiteren Verlauf des Arbeitsmarktes auf Basis der Forschungsergebnisse. Für die kommenden Monate schätzt das Institut, dass die Arbeitslosenzahl kurzfristig stark auf mehr als 3 Millionen Personen ansteigen, jedoch im weiteren Verlauf des Jahres in Teilen wieder zurückgehen könnte.

Im Vergleich zum Vorjahr könnte im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosigkeit um bis zu 520.000 Personen zunehmen, was einem Anstieg um etwa 23 Prozent entspräche. Selbst zur Zeit der Wirtschafts- und Finanzkrise wurde der Zuwachs im August 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat mit nur etwa 9 Prozent bemessen. Die Abbildung zeigt den zu erwartenden Verlauf der Arbeitslosenzahl im Durchschnitt der Monate Mai, Juni und Juli 2020 verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Diese Ergebnisse berücksichtigten neben den Effekten der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt auch weitere konjunkturelle Einflüsse, sowie langfristige strukturelle Entwicklungen wie den demografischen Wandel. Außerdem werden darin auch regionale Unterschiede veranschaulicht:

In den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz sowie in Hamburg könnten die Arbeitslosenzahlen besonders stark ansteigen, um 39 Prozent oder mehr. In allen weiteren westdeutschen Bundesländern, ausgenommen Bremen, sowie Berlin und Thüringen werde ein Zuwachs zwischen 30 und 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erwartet. Für Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen könnte der zu erwartende Zuwachs der Arbeitslosigkeit mit unter 30 Prozent geringer ausfallen. Im Vergleich zeigte sich, dass der höchste Anstieg der Arbeitslosigkeit zur Zeit der Wirtschafts- und Finanzkrise im August 2009 im Vergleich zum Vorjahresmonat in Baden-Württemberg mit 34 Prozent festgestellt wurde.8

In einem Interview Anfang Juni erklärte Scheele, dass die Corona-Krise auch in der Bundesagentur für Arbeit zu Veränderungen geführt habe. Kurzarbeitsanzeigen- und -anträge bearbeiteten derzeit etwa 11.600 Personen, während es normalerweise nur 700 Personen wären. „Wir müssen gut erreichbar sein, deshalb haben wir inzwischen 18.000 Kollegen in der Telefonie, normalerweise sind es 4.000. Dafür mussten wir parallel unsere IT-Kapazitäten massiv ausbauen: Die Telefonie, die Server, die Möglichkeiten für Homeoffice-Arbeitsplätze.“ Viele dieser Mitarbeiter übernähmen daher auch Aufgaben, für die sie nicht ausgebildet seien und sich entsprechend eingearbeitet hätten.

Finanziell könne die Krise die Bundesagentur jedoch an ihre Grenzen bringen: „Bei 7,5 Millionen Kurzarbeitenden in der Spitze und 2,2 Millionen im Jahresschnitt hätten wir am Jahresende einen Darlehens- oder Zuschussbedarf gegenüber dem Bund von 4,6 Milliarden Euro. Genau wissen wir das erst, wenn klar ist, wie viele Menschen tatsächlich kurzgearbeitet haben, wie hoch der Arbeitszeitausfall war und wie lange die Kurzarbeit gedauert hat. Das wissen wir erst mit einigen Monaten Verzögerung.“

Scheeles abschließende Prognose lautete jedoch, dass die Spitze der Kurzarbeitsanträge bereits erreicht und insgesamt keine Massenarbeitslosigkeit zu befürchten sei, da keine strukturell fehlentwickelte wirtschaftliche Situation zugrunde liegt, sondern eine Pandemie, die hoffentlich spätestens mit einem Impfstoff bewältigt werden kann, so dass der Arbeitsmarkt sich mittelfristig wieder erholen könnte.9

Quellen

1 Bundesagentur für Arbeit; Entwicklung des Arbeitsmarkts 2020 in Deutschland (zuletzt geprüft am 26.06.2020)
2  Statistisches Bundesamt; Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen  (zuletzt geprüft am 26.06.2020)
3 Bundesagentur für Arbeit; Der Arbeitsmarkt im Mai 2020 (zuletzt geprüft am 26.06.2020)
4 Bundesagentur für Arbeit; Monatliche Zeitreihen zum Arbeitsmarkt in Deutschland   (zuletzt geprüft am 26.06.2020)
5 Frankfurter Allgemeine Zeitung; Warum die Arbeitslosigkeit steigt  (zuletzt geprüft am 26.06.2020)
6 Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB); Kurzarbeit, Entlassungen, Neueinstellungen: Wie sich die Corona-Krise von der Finanzkrise 2009 unterscheidet   (zuletzt geprüft am 26.06.2020)
7 Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB); Kurzarbeit in Europa: Die Rettung in der Corona-Krise? Ein Interview mit IAB-Forscherin Regina Konle-Seidl   (zuletzt geprüft am 26.06.2020)
8 Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB); Regionale Arbeitsmarktvorausschau (Stand: Mai 2020)  (zuletzt geprüft am 26.06.2020)
9 ZDF; BA-Chef Scheele - Finanzielles Defizit und personelles Umdenken  (zuletzt geprüft am 26.06.2020)

Auswirkungen der Corona-Krise 4 – Veränderungen im MICE Geschäft

1 Aktuelle Marktlage

Einer Studie des Europäischen Instituts für TagungsWirtschaft GmbH (EITW) an der Hochschule Harz zufolge verzeichnete der MICE Veranstaltungs- und Tagungsmarkt in Deutschland bis 2019 konstanten Zuwachs an Teilnehmerzahlen. 2019 erbrachte im Verhältnis zum Vorjahr einen Anstieg von 2,7% von 412 Mio Teilnehmer auf 423 Mio Teilnehmer. Auch der Grad der Internationalisierung sei bis dahin gestiegen. So seien 2019 43,2 Mio Teilnehmer aus dem Ausland und somit 15,9% mehr verzeichnet worden als 2018. 1

Die Corona-Krise hatte diesen Erfolg jäh unterbrochen, da seit Anfang März dieses Jahres alle bedeutenden Veranstaltungen abgesagt wurden und ihre Umsetzung unter so hohen Auflagen steht, dass sie für die Branche undurchführbar werden. Der Geschäftsführer des MICE Fachverbandes Famab, Jan Kalbfleisch, sprach Ende Mai von einer fortlaufend dramatischen Situation, die so von der Politik und von den Medien kaum wahrgenommen werde.

„Immer wieder haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass 60 Prozent der Unternehmen nach vier Monaten die Liquidität ausgehen wird. Diese kritische Phase beginnt nun.“ , sagte er und befürchtete, dass ab Juni  250.000 Menschen entlassen werden müssen.

Ein Grund dafür sei, dass die von Bund und Ländern angebotenen finanziellen Hilfen die Branche nicht effektiv unterstützen könnten. Zum einen schließe die momentane Obergrenze, sowie die Art der Berechnung des Umsatzausfalls bereits viele Unternehmen direkt von der Bezugsberechtigung aus, da hier keine Anpassung für die Besonderheiten der MICE Branche stattfänden. Zum anderen werde die finanzielle Unterstützung im Monat auf 50.000€ begrenzt, was jedoch bei einem Unternehmen mit 250 Mitarbeitern lediglich 200€ pro Mitarbeiter bedeute. Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern mache jedoch trotz interner Kostenreduzierungen zwischen 200.000 und 250.000€ Verluste.

Der Verband fürchte daher, dass diese Art der Unterstützung nicht verhindern werde, dass Unternehmen und Arbeitsplätze verloren gehen. Er fordert stattdessen einen monatlichen Fixkostenzuschussfonds in Höhe von 2% des Jahresumsatzes und einen unbürokratischen, schnell realisierbaren Verlustrücktrag. Schlussendlich sichere die Branche immerhin nicht nur mehrere tausend Arbeitsplätze, sondern sorge durch die Veranstaltungsgäste auch für über zehn Milliarden Euro Umsatzsteuereinnahmen.2 Das Umsatzvolumen der Messeveranstalter wird in Deutschland mit rund vier Milliarden Euro bemessen und macht Deutschland somit zu einem der wichtigsten Messeplätzen der Welt. Das Research Institute for Exhibition and Live-Communication (R.I.F.E.L.) rechnete mit einem Schaden im Bereich Messebau ihn Höhe von 670 Millionen Euro, für die gesamte Messewirtschaft sogar in Höhe von über 1,6 Milliarden Euro.3

2 Exit-Szenarien

Die Studie des EITW bietet mögliche Szenarien an, wie der weitere Verlauf für die MICE Branche aussehen könnte. Hierfür wurde ein optimistischeres und ein pessimistischeres Szenario entwickelt. Bis zum 30. März 2020 seien der Studie nach bereits über die Hälfte der für das Jahr geplanten Veranstaltung abgesagt worden. Ein Drittel wurde zusätzlich verschoben, falls eine Besserung eintreffen sollte. Dies galt vor allem für größere Veranstaltung, wohingegen kleinere Veranstaltungen entweder sofort abgesagt oder in eine virtuelle Veranstaltung geändert worden seien. Das optimistischere Szenario rechnet mit einer beginnenden Erholung des Marktes Ende des Jahres, sofern der Höhepunkt der Corona-Pandemie zwischen Juni und August stattfinden würde. Der hohen Auflagen wegen könnten nach diesem Zeitraum dennoch nur etwa ein Drittel der Veranstaltungen wieder stattfinden. Gewinner könnten in dem Falle die kleineren Veranstaltungen sein und bis Ende des Jahres eine Normalisierung erleben. Großveranstaltungen würden demnach erst zwischen Februar und Mai des Folgejahres wieder zur Normalität zurückfinden.

Im pessimistischeren Szenario würden bis Dezember etwa 90% der geplanten Veranstaltungen ausfallen und der Markt könnte sich erst im Sommer 2021 erholen. Dies betreffe dann, wie im ersten Szenario auch, zunächst nur die kleineren Veranstaltungen. Größere Veranstaltungen könnten demnach vor Herbst 2021 nicht von einer Erholung des Marktes ausgehen.4

3 Ausblick

Die EITW-Studie befasste sich nicht nur mit der momentanen und prognostizierten Marktlage, sondern auch damit, wie die MICE-Branche sich verändern könnte. Auch für Veranstaltungen scheint die Digitalisierung immer bedeutsamer zu werden. Die Studie verglich Meinungen zur Bedeutung digitaler Event-Formate und kam zu dem Ergebnis, dass die Zahl derer, die sich für derartige Formate eine Zukunftschance vorstellen konnten, durch die Corona-Krise binnen weniger Zeit von 47% auf 75% gestiegen sei. Weiterhin gab hybriden Veranstaltungen vor der Krise kaum jeder Dritte eine Chance, wohingegen sich Anfang März schon 60% der Befragten das Potential vorstellen konnten.4

Die Springer Professional digitale Fachbibliothek merkt in einem Artikel zum Thema virtuelle Messen als Alternative an, dass die meisten B2B-Messebesucher bereits vor der Corona-Krise größtenteils durch Internetrecherche über die Veranstaltung und Aussteller vorinformiert waren, so dass für Messeteilnehmer der Sprung zu einer vollständig digitalen Messe gerade in der Krisen-Zeit eine geschickte Notlösung sein könnte. Verschiedene Veranstalter, wie beispielsweise der Allfinanz-Maklerpool Fonds Finanz Maklerservice GmbH hätte diesen Schritt bereits gewagt und während der virtuellen Messe Webinare, sowie Vorträge kostenlos im Internet zum Stream zur Verfügung gestellt. Nicht außer Acht lassen dürfe man jedoch, dass eine vollständige Virtualisierung von Veranstaltungen für die Anbieter kostspielig sei. Über virtuelle Veranstaltungen hinaus könne auch Social Authority und Social Selling, besonders Letzteres eine Chance für Veranstalter in der Krise sein, da mit diesen Methoden ähnliche Erfolge wie mit Direktmarketing erzielt werden könnten. Zwar seien derartige Maßnahmen in den Sozialen Medien zeitintensiv, jedoch könne man konkretes Zielklientel direkt adressieren, so wie Messeveranstalter es auch auf Fachmessen tun. Was virtuelle Veranstaltungsformate derzeit noch nicht über eine Notlösung hinausgelangen lässt sei das Fehlen integrierter Markenerlebnisse, die ohne persönliche Anwesenheit oder zumindest technologische Lösungen wie Augmented und Virtual Reality nicht vermittelt werden könnten. 5

Michael-Thaddäus Schreiber, Professor für Destinations- und Kongressmanagement und Leiter des Europäischen Instituts für TagungsWirtschaft (EITW) geht ebenfalls davon aus, dass kleinere Veranstaltungsformate schneller wieder zur Normalität finden, wodurch regionale Wirtschafts-Cluster der Metropol-Regionen, sowie GreenMeetings in ländlicheren Regionen profitieren würden. Jedoch glaubt er nicht daran, dass digitale Formate Präsenzmessen und -veranstaltungen vollständig ersetzen könnten:

„Bei allem „Digi-Hype“ zeigt uns die Krise auch sehr deutlich, wo die Grenzen der digitalen Belastbarkeit liegen; die Aufmerksamkeits-Qualität in unseren Sessions nimmt bereits nach kurzer Zeit deutlich ab, spätestens nach der dritten Video-Konferenz an einem Tag wächst der Wunsch nach „Social Program“ – im virtuellen Raum wartet aber kein Mensch auf uns, den wir mit allen unseren Sinnen wahrnehmen und mit unseren Emotionen erleben können. Zum Business-Erfolg und zur privaten Zufriedenheit brauchen wir die Live-Kommunikation; die Veranstaltungsbranche ist mehr als nur „system-relevant“, wir sind „mensch-relevant“: Mehr Menschlichkeit mit Meetings.“

Anstelle einer vollständigen Digitalisierung schätzt Schreiber, dass die Convention Bureaus in Zukunft stärker von Bedeutung sein werden, was die Bewerbung der Tagungs- und Kongressstandorte angeht und auch bei der effektiven Vermittlung von Veranstaltern an passende Austragungsorte und Eventagenturen. Außerdem geht er davon aus, dass die Convention Bureaus auf der Grundlage von fundierten MICE-Marktforschungen eine effektive Zielgruppenansprache anstreben und neue Formate, sowie Kommunikationswege erschließen müssten. Convention Bureaus könnten demnach in Zukunft immer stärker Innovations- und Motivationsgeber sein, sofern die Länder und Kommunen nicht an der Förderung von finanziellen und personellen Ressourcen sparten.  Insgesamt geht Schreiber daher davon aus, dass die MICE-Branche gestärkt aus der Krise hervorgehen könnte.6

 

Der Juni könnte für die MICE-Branche ein Schlüsselmonat sein, in dem sich zeigen könnte, wie effektiv die Fördermittel von Bund und Ländern tatsächlich Unternehmensschließungen verhindern konnten. Außerdem wird sich abhängig von dem realen Exit-Szenario zeigen, ob und wie schnell die Branche zu ihren Erfolgszahlen von 2019 zurückkehren kann.

Quellen

1  Europäisches Institut für TagungsWirtschaft GmbH (EITW): Meeting- & EventBarometer 2019/2020 – Studie (zuletzt aufgerufen am 10.06.2020)
2 Expodatabase; "Jetzt wird es richtig ernst“ Jedes zweite Unternehmen geht unter (zuletzt aufgerufen am 10.06.2020)
3  Börse ARD; Coronavirus: Wer unter der Krise richtig leidet (zuletzt aufgerufen am 10.06.2020)
4 German Convention Bureau (GBC); Deutscher Business Event-Markt im Wandel (zuletzt aufgerufen am 10.06.2020)
5 Springer Professional;  Corona-Krise lähmt auch die Messebranche (zuletzt aufgerufen am 10.06.2020)
6 EventCrisis; Mehr Menschlichkeit mit Meetings  (zuletzt aufgerufen am 10.06.2020)
7 Szenariographiken: Europäisches Institut für TagungsWirtschaft GmbH (EITW); Auswirkungen Corona-Virus  (zuletzt aufgerufen am 10.06.2020)

Auswirkungen der Corona-Krise auf Deutschland 3 – KMUs im Fokus

1 Marktlage

Die Lockerungen der Maßnahmen in der Corona-Krise sind für alle Unternehmen, besonders für die klein- und mittelständischen (KMUs) eine Erleichterung. Dennoch, betonte der Vorstand des Deutschen Mittelstandsbunds Marc S. Tenbieg, sei für viele Unternehmen branchenunabhängig die Zukunft nach wie vor ungewiss und müssten zur Abwendung einer Insolvenzwelle zusätzlich zu den Fördermaßnahmen von Bund und Ländern konjunkturelle Impulse umgesetzt werden. Er wies darauf hin: „Wer die Konjunktur stärken will, muss den Mittelstand in Gänze stärken. Denn er ist mit über 17 Millionen Arbeitnehmern und 1,25 Millionen Auszubildenden der Beschäftigungsmotor und das Rückgrat der deutschen Wirtschaft“.1

Eine Schätzung des IFO misst den Anteil an Unternehmen, der bei längerem Fortbestehen der Lockdown-Maßnahmen und dadurch bedingten Ausfällen binnen eines halben Jahres schließen müssten. 29,2% der befragten Firmen fürchten demnach bereits binnen drei Monaten schließen zu müssen. 52,7% gaben an, maximal ein halbes Jahr weitermachen zu können. Da im Einzelhandel im April 44,9% angaben, höchstens weitere drei Monate aktiv bleiben zu können und 63,2% maximal sechs Monate, wird die schrittweise Aufhebung der Maßnahmen für diesen Sektor eine Erleichterung bedeuten. Immerhin hätten laut dieser Umfrage bereits 18% der Unternehmen durch Entlassung oder Nicht-Verlängern auslaufender Verträge mit Beschäftigungsabbau reagieren müssen. 2

Das Bundeswirtschaftsministerium sei derweil mit einem 3-Stufen-Plan für eine etwaige Insolvenzwelle gewappnet und könne innerhalb des Plans notfalls mit erweiterten Kreditvergaben, steuerlichen Vergünstigungen oder zinslosen Stundungen von Steuerabgaben eingreifen, sollten die bisherigen finanziellen Fördermaßnahmen nicht ausreichen, um Unternehmen vor der Insolvenz zu bewahren.3

McKinsey & Company Deutschland Unternehmensberatung führten Ende April eine Umfrage unter 522 KMUs aus allen Branchen durch, die zeigt, dass trotz der Tatsache, dass knapp 56% der Unternehmen den Betrieb  noch nicht wieder oder nur teilweise aufgenommen hätten, 73% von Unterbrechungen in der Lieferkette betroffen seien und dass 63% für das aktuelle Quartal auch weiterhin einen Umsatzrückgang erwarteten, etwa 77% optimistisch in die Zukunft sähen. 11% konnten demnach sogar Gewinne verzeichnen.4 Einen gewissen Anstieg an Optimismus zeigt auch der Geschäftsklimaindex des IFOs, der im Mai um 5,3 auf 79,5 Punkte leicht gestiegen war.5

2 Digitalisierung und Reshoring

Wie die MacKinsey-Umfrage zeigt, bedingt die Corona-Krise nicht nur Ausfälle, sondern auch gewisse Umstrukturierungen im Arbeitsalltag, sowie in der Firmenstruktur. Demnach habe sich beispielsweise die Bedeutung der Digitalisierung für KMUs durch die Corona-Krise erhöht, so dass 68 Prozent der KMUs aktuell ein komplett neues Geschäftsfeld mit eigenständigen digitalen Produkten oder Dienstleistungen planten oder umsetzten. „37 Prozent der KMU wollen als Reaktion auf die Krise Prozesse automatisieren, 45 Prozent in 5G investieren, 36 Prozent ins Internet der Dinge (IoT) und ebenfalls 36 Prozent in künstliche Intelligenz (KI).“ Zudem gingen 81 Prozent davon aus, dass ihre Arbeitsmodelle insgesamt flexibler werden.

Die gravierenden Unterbrechungen in den Lieferketten veranlasse außerdem branchenübergreifend mehr als jedes vierte Unternehmen über Reshoring-Maßnahmen nachzudenken, um zumindest Teile der Lieferkette zu regionalisieren. Allerdings zeigte die Umfrage auch, dass diese Maßnahme eher für die IT-, Telekommunikations- und Finanz- oder Versicherungsdienstleistungsbranche infrage kommt. In diesen Branchen denken demnach 70% über Reshoring-Optionen nach, während in der Automobil-, Anlagen- und Maschinenbaubranche nur etwa 50% darüber nachdenken.4

Der IFO Schnelldienst begrüßte die Möglichkeit der Diversifizierung deutscher Lieferketten besonders für Importe von medizinischen Gütern, bei denen Ausfälle in der Lieferkette schwere Folgen haben könnten. Zwar würden nur 3,6% aller Güter aus fünf oder weniger Ländern importiert, von denen 44% aus EU-Ländern kommen, doch sei für das Wiederhochfahren der Wirtschaft ein freier Warenverkehr innerhalb der EU unabdingbar. 17 Prozent der Produktion fände in Deutschland über internationale Wertschöpfungsketten statt, weswegen das europäische Produktionsnetz von hoher Bedeutung für Deutschland sei.6

 

Weiter bestehenden Sorgen zum Trotz scheint sich im Zuge der Lockerungen der Maßnahmen gegen die Pandemie auch unter klein- und mittelständischen Unternehmen ein gewisser Optimismus durchzusetzen. Wie stark die KMUs weiter bestehen können wird unter anderem auch davon abhängen, wie nachhaltig die Lockerungen sein werden. Sollte ein zweiter vollständiger Lockdown geschehen, müssten die Zukunftsaussichten neu bewertet werden. Jedoch scheint die Krise auch einen gewissen Fortschritt mit sich zu bringen: Digitalisierung kommt voran und Arbeitsmodelle, sowie Firmenstrukturen werden flexibler.

Lesen Sie auch unseren Bericht zu den allgemeinen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft und die Tourismusbranche.

Quellen

1 DMB Deutscher Mittelstandsbund; DMB begrüßt Bund-Länder-Beschluss und fordert branchenübergreifendes Konjunkturprogramm (zuletzt aufgerufen am 27.05.2020)
2 IFO Schnelldienst; Konjunkturumfragen im Fokus: Coronakrise trifft deutsche Wirtschaft mit voller Wucht (Seite 58-59 (zuletzt aufgerufen am 27.05.2020)
3 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie; Überblick BMWi-3-Stufen-Plan  (zuletzt aufgerufen am 27.05.2020)
4 McKinsey & Company Deutschland; Umfrage - Unternehmen wollen nach Corona digitaler werden (zuletzt aufgerufen am 27.05.2020)
5 Ifo-Geschäftsklimaindex; Unternehmen mit steigenden Erwartungen  (zuletzt aufgerufen am 27.05.2020)
6 IFO; ifo Institut erwartet stärkere Diversifizierung der deutschen Lieferketten  (zuletzt aufgerufen am 27.05.2020)
7  IFO Schnelldienst; Status quo und Zukunft globaler Lieferketten (Seite 17 (zuletzt aufgerufen am 27.05.2020))

Auswirkungen der Corona-Krise 2 – Reise- und Hotelbranche/Gastronomie im Fokus

1 Lockerungen in der Tourismusbranche

Nachdem die meisten Restriktionen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gelockert wurden, bestehen dennoch für viele Branchen große Einschränkungen. So gibt es nach wie vor Reisebeschränkungen in vielen Ländern, die eine Rückreise aus dem jeweiligen Land nach Deutschland verhindern oder stark verzögern. Aus diesem Grund rät das Auswärtige Amt noch bis zum 14. Juni 2020 von nicht unbedingt notwendigen touristischen Reisen ab.1

Zudem werden noch immer Kontrollen an den EU-Binnengrenzen durchgeführt. Zwar entschied Innenminister Horst Seehofer, dass ab dem 16.05.2020 die Grenzkontrollen stufenweise gelockert werden sollen, mahnte jedoch gleichzeitig, dass die Bürger weiterhin auf nicht unbedingt notwendige Reisen verzichten sollten. Sollten die Corona-Fallzahlen weiterhin niedrig bleiben, werde man die Grenzkontrollen bis zum 15.06.2020 aufheben.2

Trotz dieser Gegebenheiten kündigten einige Fluggesellschaften bereits die Wiederaufnahme einiger Flugrouten an, wenn auch nicht gleich des gesamten Flugbetriebs. So kündigte beispielsweise Ryanair unter der Voraussetzung der Lockerung der Restriktionen an, ab dem 1. Juli 2020 40% des Flugbetriebs wieder aufzunehmen. Etwa 1000 Flüge sollen dann täglich von den meisten ihrer Standorte in Europa aus starten können, nachdem der Flugbetrieb bisher auf 30 Flüge zwischen Irland, Großbritannien und der EU beschränkt war.3

Lufthansa, SWISS und Eurowings kündigten einen erweiterten Flugbetrieb bereits für Juni an und werden insgesamt 106 Ziele in Deutschland und Europa anfliegen, darunter auch Urlaubsorte wie Mallorca, sowie 20 Langstreckenziele. Bis Ende Juni soll das Angebot auf wöchentlich 1800 Flüge erhöht werden.4 Dafür sollte die Flugflotte von momentan 80 auf 160 Passagierjets verdoppelt werden. 5

Auch Tui bereite sich derzeit auf die Wiederaufnahme des touristischen Betriebes vor. Im Interview ging der CEO Fritz Joussen davon aus, dass Flug-, Hotel- und Kreuzfahrtbetrieb zwar weiterhin eingeschränkt bleiben werde -neben Hygienemaßnahmen, Zimmerkontingentsenkungen und reduziertem oder verändertem Sport- und Freizeitangebot, sollen bei Kreuzfahrten auch mehr Tage auf See statt an Land verbracht werden – könne aber wieder aufgenommen werden, sobald die EU Restriktionen gelockert werden.6 Den binnentouristischen Betrieb plane Tui ab dem 25.05.2020 wieder aufzunehmen.7

2 Aussichten für die Tourismusbranche

Die Bundesländer lassen jeweils zu unterschiedlichen Zeitpunkten, meist aber ab Mitte bis Ende Mai die Beherbergung in Hotels und Unterkünften auch wieder für touristische Aufenthalte zu, solange Auflagen wie Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen erfüllt und kontrolliert werden. Schlafsäle, Schwimmbäder, Sportbereiche und Saunas müssen zumeist geschlossen bleiben. In den meisten Bundesländern gelten die Restriktionen voraussichtlich bis spätestens Mitte Juni, die Einschränkungen in Niedersachsen sollen jedoch bis Ende August in Kraft bleiben.8

Das Bundes-Kompentenzzentrum Tourismus veröffentlichte Ende April Prognosen zu optimistischen, realistischen, sowie pessimistischen Szenarien der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Tourismusbranche. Die Entwicklungen in den einzelnen Szenarien beziehen sich dabei stark auf die vermutete Dauer der Reiserestriktionen.

Bis zum Eintritt von Lockerungen könne der Tourismus demnach weiterhin nur geringe Umsätze verzeichnen, danach könnten die Umsätze jedoch schnell wieder steigen. Möglicherweise könnte die Phase der Lockerungen im Binnentourismus im August 2020 beendet sein, so dass mit der Aufhebung weiterer Reisebeschränkungen zu rechnen wäre. Während der Binnentourismus sich bis Ostern 2021 bereits wieder normalisiert haben könnte, geht die Analyse aktuell davon aus, dass bis zum selben Zeitraum auf globaler Ebene erst eine Entspannung der Situation zu erwarten sei.

In Zahlen ausgedrückt gehen die Szenarien davon aus, dass im besten Falle im Binnentourismus bis Mitte Juni bereits wieder 60% des gebuchten Umsatzes desselben Zeitraums des Vorjahres verzeichnet werden könnten. Im schlechtesten Fall ziehe die Phase der Lockerung sich noch bis Ende des Jahres und bedeute einen gebuchten Umsatz von nur 30%. Eine Belebung des Tourismus könnte im besten Fall von Mitte Juni bis Ende September eintreten und einen gebuchten Umsatz von 80% bedeuten. Zur Normalität kehre die Branche demnach zwischen Oktober und Dezember dieses Jahres zurück. Sollte die Phase der Lockerungen sich jedoch tatsächlich bis Ende Dezember hinziehen, könnte die Branche eine Belebung erst im gesamten Jahr 2021 erfahren und etwa 50% gebuchte Umsätze verzeichnen. Zur Normalität kehre die Branche dann erst zwischen Januar 2022 und Oktober 2023 zurück.

Der internationale Tourismus könnte während der Phase der Lockerungen zwischen 20% und 40% gebuchten Umsatz verzeichnen, zwischen Oktober 2020 und Juli 2022 mit zwischen 30% und 70% gebuchten Umsatzes eine Belebung erfahren und dann je nach Szenario entweder zwischen Januar und September 2021 oder bis Oktober 2024 zur Normalität zurückfinden.9

Die tatsächliche Entwicklung in der Tourismusbranche hängt jedoch vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Prof. Jürgen Schmude, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft merkt an, dass der Tourismus auch zu einer erneuten Ansteckungswelle führen und somit erneute Restriktionen bewirken könnte. Denn während in Hotels und Restaurants oder sogar an Stränden für Abstandseinhaltung gesorgt werden könnte, sei der Tagestourismus und somit größere Menschenansammlungen an touristischen Orten nicht zu kontrollieren. Eine weitere Gefahr für die Tourismusbranche bestehe seiner Ansicht nach auch im möglicherweise auftretenden Konkurrenzkampf. Sollte es zu einer Preisschlacht kommen, um Touristen anzulocken, könne dies ebenso verheerend für die Branche sein, wie der eigentliche Lockdown.10

Für die Hotel- und Gatsronomiebranche scheinen die Lockerungen überlebenswichtig. Ende April sprach der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband) Guido Zöllick von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im April im deutschen Gastgewerbe von 208,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, von mehr als einer Million Beschäftigter in Kurzarbeit und davon, dass die bisherigen Liquiditätshilfen nicht reichten, nicht gewährt wurden oder die Erstattung des Kurzarbeitergeldes für März für die meisten Betriebe noch nicht erfolgt sei.11

Am 06. Mai äußerte sich der DEHOGA Bundesverband daher positiv zu den Lockerungen: „Wir begrüßen, dass es endlich konkrete Öffnungsperspektiven für das Gastgewerbe in den einzelnen Bundesländern gibt. […] Die meisten Betriebe befinden sich in der achten Woche der Schließung bei Null-Umsätzen und weiterlaufenden hohen Fixkosten. […] Es ist deshalb richtig und gut, dass die Ministerpräsidenten in einer Balance zwischen Verantwortung für die Gesundheit der Menschen in diesem Land, aber auch in der Verantwortung für die Wirtschaft jetzt handeln.“, sagte Zöllick. Jedoch fordere die Branche auch weiterhin staatliche Unterstützung da viele Betriebe nur mit dieser Unterstützung eine Überlebensperspektive hätten.12

Dem vorsichtigen Optimismus zum Trotz hängt die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft, sowie das Fortbestehen einzelner Unternehmen weiterhin vom Verlauf der Corona-Pandemie ab. Sollten erneut steigende Infektionszahlen nicht bedingen, dass Lockerungen wieder rückgängig gemacht werden, darf man davon ausgehen, dass die Branchen sich mit Inkrafttreten der Lockerungen langsam wieder erholen werden. Die Betonung bleibt für Branchen wie Gastronomie, Beherbergung und Tourismus jedoch auf langsam, denn zum einen bleiben deren Kapazitäten noch für absehbar längere Zeit deutlich unter 100% und es bleibt zudem abzuwarten, wie verständnisvoll Kunden auf die angeordneten Hygiene- und Schutzmaßnahmen reagieren oder ob sie sie überhaupt annehmen werden.

Für weitere Informationen lesen Sie auch den Bericht über allgemeine Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.

Quellen

1 Auswärtiges Amt; Weltweite Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen  (zuletzt geprüft 20.05.2020)
2 ZDF Nachrichten; Grenzen öffnen - aber nicht für Urlauber (zuletzt geprüft 20.05.2020)
3 Ryanair; Ryanair to restore 40% of scheduled flights from 1 July (zuletzt geprüft 20.05.2020)
4 Lufthansa; Lufthansa Group baut Angebot mit Juni-Flugplan deutlich aus (zuletzt geprüft 20.05.2020)
5 Frankfurter Allgemeine Zeitung; Lufthansa plant deutlich mehr Flüge ab Juni (zuletzt geprüft 20.05.2020)
6 TUI Deutschland GmbH; Interview mit Fritz Joussen (TUI Group CEO) (zuletzt geprüft 20.05.2020)
7 TUI Deutschland GmbH; Aktuelle Reiseinformation: TUI Info Coronavirus (zuletzt geprüft 20.05.2020)
8 DTV Deutscher Tourismusverband; Länderverordnungen zum Verbot touristischer Vermietungen (zuletzt geprüft 20.05.2020)
9 Kompetenzzentrum Tourismus des Bundes; Recovery-Check #2: Binnentourismus erholt sich deutlich früher als der internationale Tourismus (zuletzt geprüft 20.05.2020)
10 Wirtschaftswoche; „Tourismus wird nach Corona nicht derselbe sein“ (zuletzt geprüft 20.05.2020)
11 DEHOGA Deutscher Hotel- und Gaststätten Bundesverband; Aktuelle Zahlen zu Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit - Corona-Schock im Gastgewerbe (zuletzt geprüft 20.05.2020)
12 DEHOGA Deutscher Hotel- und Gaststätten Bundesverband; DEHOGA begrüßt konkrete Öffnungstermine für Restaurants und Hotels (zuletzt geprüft 20.05.2020)

Auswirkungen der Corona-Krise auf Deutschland

1) Allgemeine nationale und internationale wirtschaftliche Auswirkungen

Die sichtbarsten Auswirkungen auf die Wirtschaft lassen sich an der Börse verfolgen. Laut BBC wurden der Dow und der FTSE im März von ihrem stärksten Ein-Tages-Rückgang seit 1987 getroffen.1 Es hieß, dass Investoren befürchten, dass die Ausbreitung des Coronavirus das Wirtschaftswachstum zerstören werde und dass die Maßnahmen der Regierung möglicherweise nicht ausreichen, um den Rückgang aufzuhalten.

Im Sinne einer schnellen Gegenreaktion haben die Zentralbanken in vielen Ländern die Zinssätze gesenkt, um den Preis für Kreditaufnahmen zu senken und damit einen Anreiz für höhere Ausgaben zu schaffen, was zu einem neuen Aufschwung der Wirtschaft führen würde.2

 

Nach Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) könnte sich das Wirtschaftswachstum dramatisch verlangsamen und in diesem Jahr "die niedrigste Rate seit 2009" erreichen.  Die Prognose zeigt für 2020 ein um 0,5% geringeres Wachstum im Vergleich zu November 2019. Aufgrund der Abhängigkeit vieler Industriezweige von Chinas Industrien könnte das weltweite Wachstum im Jahr 2020 sogar auf 1,5 Prozent zurückgehen, was fast die Hälfte der ursprünglich prognostizierten Rate ausmacht, wenn sich die Auswirkungen auf die fortgeschrittenen Volkswirtschaften als ebenso schwerwiegend erweisen wie die von China erlittenen Störungen, warnt die OECD.3

Reisebranche am härtesten getroffen

In dem Bemühen, die weitere Verbreitung des Virus einzudämmen, strichen Fluggesellschaften Flüge, Touristen mussten Urlaubs- und Geschäftsreisen stornieren, und Regierungen auf der ganzen Welt schränkten das Reisen bis zu einer vollständigen Ausgangssperre ein, bei der nur dringende Reisen erlaubt sind. Zusätzlich zu den Reisebeschränkungen schloss die EU ihre Grenzen und erlaubt keine Einreise von außerhalb des Blocks. Dies hat der Reiseindustrie insgesamt schwer geschadet. Eine Passagier-Marktanalyse zeigt, dass mit 80% weniger Flügen die branchenweiten Fluggastkilometer (RPKs) den größten Rückgang in der jüngeren Geschichte verzeichneten. Saisonbereinigt schrumpfte das weltweite Passagieraufkommen auf das zuletzt 2006 verzeichnete Niveau. Darüber hinaus erwartet die Branche, dass selbst bei einer Aufhebung der Reiseverbote die Menschen zunächst ihre Zurückhaltung bei der Buchung von Flügen beibehalten werden.5

Gastronomie und Hoteldienstleistungsindustrie zusammengebrochen

Während die Empfehlung, zu Hause zu bleiben, zunächst zu einem Rückgang der Restaurant- und Hotelreservierungen führte, führte die Schließung von Restaurants international zu einem schweren Einkommensverlust von fast 100%. Wenn möglich, versuchen die Restaurantbesitzer, zumindest ein gewisses Maß an Einkünften zu sichern, indem sie Mitnahme- oder Lieferservices anbieten. 6

Die Wirtschaft ist nicht nur durch eine weiter sinkende Wachstumsrate bedroht, sondern auch durch Unterbrechungen in der Lieferkette. Dies betrifft jeden Sektor, von der verarbeitenden Industrie über den medizinischen Sektor bis hin zu den Supermärkten. In Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedsstaaten versucht die Europäische Kommission, diesen Unterbrechungen während der Krise entgegenzuwirken:

"Unabhängig vom Verkehrsträger arbeitet die Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten an Möglichkeiten, die wirtschaftliche Kontinuität zu gewährleisten, den Warenfluss und die Lieferkette zu garantieren, den notwendigen Reiseverkehr sowie das Funktionieren des Binnenmarktes und die Verkehrssicherheit zu sichern. 7

1.1) Besonders betroffene Sektoren in Deutschland

Im Vergleich zu den Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte werden die Auswirkungen der Koronakrise auf die deutsche Wirtschaft voraussichtlich weitreichender sein. Das deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo hat eine Schätzung veröffentlicht, die zeigt, dass die Wirtschaft aufgrund von Produktionsausfällen, Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit und je nach Dauer einer - wenn auch nur teilweisen - Abschottung stark getroffen werde. „Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.“, teilte der IFO Präsident mit.8

Wie in der gesamten Europäischen Union scheinen der Dienstleistungssektor und der Handelssektor den schlimmsten Schaden zu erleiden. Der Geschäftsklimaindikator der IFO für den Dienstleistungssektor, mit Ausnahme des Lebensmitteleinzelhandels und der Drogerien, ist auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Index im Jahr 2005 gesunken. Im Handelssektor ist der Geschäftsklimaindikator Berichten zufolge zusammengebrochen. "Die Erwartungen sind auf den niedrigsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung gefallen.“

Im verarbeitenden Gewerbe fiel der Index auf den niedrigsten Stand seit August 2009, war aber noch nie zuvor seit der Wiedervereinigung so tief gefallen. Viele Unternehmen haben Pläne zur Drosselung der Produktion angekündigt. Offenbar war der Bausektor bisher nicht allzu stark betroffen, aber die Aussichten für diesen Sektor verschlechterten sich ebenfalls.9

Während die Medien Anfang März 2020 noch nicht mit allzu dramatischen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft rechneten, kündigten die Schlagzeilen fast aller Zeitungen am Ende desselben Monats eine unvermeidliche und schwere Rezession an, die im schlimmsten Fall zu einem Rückgang des BIP auf 5,4% führen würde. Jedes vierte Industrieunternehmen wird Berichten zufolge mit Kurzarbeit reagieren müssen und jedes zehnte mittelständische Unternehmen sei von der Insolvenz bedroht. 10

2) Die Notwendigkeit der Abschottung

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft mögen zu der Frage führen, ob Reisebeschränkungen und Sperrmaßnahmen notwendig sind, und jedes Land versuchte, diese Maßnahmen zu vermeiden, bis die Zahl der Infektionen zu hoch stieg. In Deutschland traten die Reisebeschränkungen und das Verbot sozialer Aktivitäten zwischen Anfang und Mitte März bundesweit in Kraft. Einige Bundesländer wie Bayern verfügten jedoch strengere Beschränkungen einschließlich einer Ausgangssperre. Jena war die erste Stadt, die Anfang April das Tragen von Gesichtsmasken beim Einkaufen in Supermärkten zur Pflicht gemacht hatte.11 die Bundesregierung dehnte diese Verpflichtung auf ganz Deutschland aus. Seit dem 27. April sind Menschen daher verpflichtet, bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder beim Betreten von Geschäften Gesichtsmasken zu tragen.12

Die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus und der Grippe werden oft verglichen, und obwohl der Krankheitsverlauf in den europäischen Ländern generell milder zu sein scheint, warnt der Leiter des Robert-Koch-Instituts, beide Viren seien kaum zu vergleichen. Er stellt fest, dass die Grippe gefährlich sei, aber die Krankheitslast des neuen Virus viel höher sei, es sich schneller ausbreite und zu einem schwereren Krankheitsverlauf und mehr Todesfällen führe. Da es noch keine Impfung oder wirksame Medikamente gibt, sei die Befürchtung, dass die Zahl der Beatmungsgeräte und Intensivbetten nicht ausreichen könnte, nicht unbegründet.13 Man geht davon aus, dass ohne Gegenmaßnahmen eine infizierte Person das Virus an 2,5 Personen weitergibt. 14

Laut WHO-Statistiken haben die meisten Menschen, die mit dem COVID-19-Virus infiziert sind, eine leichte Erkrankung und erholen sich ohne die Notwendigkeit einer Intensivpflege. Etwa 80% der im Labor bestätigten Patienten sollen eine leichte bis mittelschwere Erkrankung gehabt haben, wozu auch Fälle von Lungenentzündung gehören. 13,8 % seien schwer erkrankt und 6,1 % kritisch (Atemstillstand, septischer Schock und/oder multiple Organfunktionsstörungen/-versagen).15

Bislang scheinen die Zahlen nicht beunruhigend zu sein, doch mit wachsender Infektionsrate steigt der Druck auf das Gesundheitssystem, bis es zusammenzubrechen droht.

Laut einer Studie des COVID-19-Reaktionsteams des Imperial College verringerten die Abriegelungsmaßnahmen im Jahr 1918, als die Welt mit einem ähnlichen Pandemievirus konfrontiert war, die Ausbreitung und die allgemeine Sterblichkeitsrate im Vergleich zu Orten ohne solche Abriegelungsmaßnahmen wie die Schließung öffentlicher Plätze und Einrichtungen und die Reduzierung sozialer Kontakte auf ein Minimum. Kombiniert mit den Erkenntnissen der modernen Infektionsforschung, ohne Impfstoff oder wirksame Medizin, erscheinen zwei Strategien am wirksamsten: Entweder die Ausbreitung einzudämmen und die am stärksten Gefährdeten zu schützen oder die Ausbreitung zu unterdrücken, um die Fallzahlen auf ein niedriges Niveau zu senken und dieses niedrige Niveau zu halten.

Die erste Option kann die Spitzenbelastung der medizinischen Versorgung reduzieren, würde aber die Ausbreitung der Epidemie nur bis zu einem gewissen Grad verlangsamen, weshalb die Schlussfolgerung der Studie lautet, dass eine optimale Politik zur Eindämmung der Epidemie (die die häusliche Isolation von Verdachtsfällen, die Quarantäne von Personen, die mit Verdachtsfällen in einem Haushalt leben, und die soziale Distanzierung von älteren Menschen und anderen Personen mit dem höchsten Risiko für schwere Erkrankungen kombiniert) die Spitzenbelastung der medizinischen Versorgung um 2/3 und die Todesfälle um die Hälfte reduzieren könnte. Die daraus resultierende abgeschwächte Epidemie würde jedoch wahrscheinlich immer noch Hunderttausende von Todesfällen zur Folge haben und die Gesundheitssysteme (vor allem die Intensivstationen) um ein Vielfaches überfordern".

Durch die Berechnung der Infektionsausbreitung und der Infektionstodesrate für Großbritannien, ohne Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit, prognostiziert die Studie eine Infektionsrate von 85% und 510.000 Menschen, die an Covid-19 sterben werden, wobei die steigende Sterblichkeitsrate aufgrund des zusammenbrechenden Gesundheitssystems noch hinzukommen wird. Auch wenn die Zahlen variieren würden, können die Studienergebnisse auf Deutschland und andere Länder mit hohem Einkommen und gut funktionierendem Gesundheitssystem übertragen werden.

Die Abbildung zeigt, wie sehr die Kombination von dämpfenden und unterdrückenden Maßnahmen den Druck auf das Gesundheitssystem verringern kann.16

Zur Zeit sollen die Beschränkungen in Deutschland mindestens bis zum 6. Juni aufrechterhalten werden. (Beschlossen am 05. Mai 2020) 17  Da es jedoch wahrscheinlich erscheint, dass die Infektionsrate nach Aufhebung der Beschränkungen wieder ansteigen würde, schlägt das Forschungsteam des Imperial College vor, dass die Beschränkungen so lange wirksam bleiben sollten, bis ein ausreichender Vorrat an Impfstoffen zur Verfügung steht, was 18 Monate oder sogar noch länger dauern könnte.18

3) Maßnahmen der deutschen Regierung gegen wirtschaftliche Verluste

Bei Betrachtung der Auswirkungen der Corona-Krise, ist es offensichtlich, dass der wirtschaftliche Schaden sehr stark durch den potenziellen Verlust von kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) beeinflusst werden wird. Der HDE befürchtet in einem Schreiben an den Bundesminister für Wirtschaft und Energie, dass insbesondere Einzelhandelsunternehmen und Läden die Einnahmeausfälle und laufenden Mietkosten nicht verkraften können.19

Um KMUs oder Selbständige zu schützen, die aus verschiedenen Gründen gezwungen wären, ihr Unternehmen zu schließen, beispielsweise weil sie ihre Angestellten nicht mehr bezahlen und die Produktions- oder Lieferkette nicht mehr aufrechterhalten könnten, wurden auf verschiedenen Ebenen Subventionen und Darlehen zur Verfügung gestellt.

Jedes Bundesland stellt seine eigene wirtschaftliche Nothilfe für KMUs und Selbständige zur Verfügung, die je nach Unternehmensgröße zwischen 3000 und 60.000 Euro betragen kann. Die Höhe der finanziellen Unterstützung variiert sehr stark von Bundesland zu Bundesland, jedoch stellt die Bundesregierung zusätzlich zu den Bemühungen der Bundesländer weitere Maßnahmen zur Verfügung.20

Sie beschloss einen Nachtragshaushalt für medizinische und wirtschaftliche Schutzmaßnahmen sowie für Forschungsprojekte. Von den Gesamtausgaben in Höhe von 484,5 Mrd. EUR statt 362 Mrd. EUR sollen 50 Mrd. EUR für die Unterstützung von Kleinunternehmen verwendet werden. Damit soll eine Überbrückungshilfe für selbständig Erwerbstätige, Kleinunternehmer und Kleingewerbetreibende geleistet werden, wenn ihre Existenz ohne Hilfe bedroht ist.

Um unter anderem die Existenz selbständig Erwerbstätiger zu sichern, wurden die Mittel für Arbeitslosengeld II und Grundsicherung um insgesamt rund 7,7 Milliarden Euro aufgestockt. Für mögliche Ansprüche im Bereich der Gewährleistungen und Garantien, die insbesondere durch wirtschaftliche Verwerfungen entstehen können, wurden die Rückstellungen um rund 5,9 Milliarden Euro aufgestockt.

Darüber hinaus hat sich die Bundesregierung auf die Einrichtung eines Schutzschildes für Arbeitnehmer und Unternehmen geeinigt, der u.a. das Kurzarbeitergeld flexibilisiert und die Liquidität der Unternehmen verbessert. Durch fiskalische Maßnahmen wie die Gewährung von Stundungen, durch neue Maßnahmen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und im Bereich der Bürgschaften wurde die KfW in die Lage versetzt, die notwendigen Garantien zur Umsetzung dieser Programme bereitzustellen.21

Neben Darlehen, die zurückgezahlt werden müssen, wurde eine Soforthilfe für Selbständige, Freiberufler und Kleinunternehmen eingerichtet, die je nach Anzahl der Beschäftigten einen Zuschuss zwischen 9000 € und 15000 € gewährt, der für drei Monate ausgezahlt wird. Dieser Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden und entlastet somit KMUs und Selbständige.

Insgesamt sei der Schutzschild für Arbeitnehmer, Selbständige und Unternehmen das größte Förderpaket in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. „Der Umfang der haushaltswirksamen Maßnahmen beträgt insgesamt 353,3 Milliarden Euro und der Umfang der Garantien insgesamt 819,7 Milliarden Euro.“22

Der Wirtschaftsstabilisierungsfond stellt 100 Mrd. € Kapitalmaßnahmen, 400 Mrd. € für Garantien, 100 Mrd. € Beteiligung an der Refinanzierung von KfW-Programmen und KfW-Kredite für KMU von 1 Mrd. € bis zu einer unbegrenzten Summe zur Verfügung. Steuervorauszahlungen werden reduziert und Stundungs- oder Vollstreckungsmaßnahmen werden später fällig. Im Rahmen des Kurzarbeitergeldes erhalten die Unternehmen eine Rückerstattung der Sozialversicherungsbeiträge für ein Jahr, wenn 10% der Beschäftigten in Kurzarbeit sind und die Arbeitnehmer erhalten  60% ihres Nettogehalts von der Bundesanstalt für Arbeit.23

4) Staatliche Unterstützung für Bürger

Die Pandemie stellt die Bundesbürger auf eine harte Probe, nicht nur finanziell, sondern auch psychisch. Hinzu kommt, dass in vielen Haushalten die Kinderbetreuung parallel zur Arbeit geregelt werden muss und es auch eine rechtliche Dimension mit Fragen und Bedenken gibt. Einer der größten Befürchtungen, wegen Corona-bedingter Verdienstausfälle die Miete nicht bezahlen zu können und damit die Wohnung zu verlieren, begegnete die Bundesregierung mit einer Schutzmaßnahme, die Wohnungskündigungen bis Ende Juni aussetzt.

Ein weiterer rechtlicher Punkt ist die Weiterführung von Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden oder durch die Corona-Pandemie zahlungsunfähig geworden sind. Normalerweise muss ein zahlungsunfähiges Unternehmen sofort Insolvenz anmelden, doch diese Verpflichtung wurde bis Ende September 2020 ausgesetzt.

Für Genossenschaften, Gesellschaften, Verbände und Stiftungen sollen Vereinfachungen eingeführt werden, die es den betreffenden Rechtsformen ermöglichen, die notwendigen Entscheidungen zu treffen und handlungsfähig zu bleiben, auch wenn Einschränkungen der Versammlungsmöglichkeiten weiter bestehen bleiben.24

Die zuständigen Ministerien der Bundesregierung haben Informations-Hotlines für Unternehmen und Bürger eingerichtet, um wirtschaftliche, rechtliche und medizinische Fragen zu beantworten.25 Das Familienministerium zum Beispiel informiert Eltern über die Kinderbetreuung während der Coronakrise. Während im Allgemeinen Schulen und Kindergärten bis auf weiteres geschlossen sind, haben Eltern mit systemrelevanten Berufen - wie medizinische Versorgung, Polizei oder kritische Infrastruktur - in den meisten Fällen Anspruch auf eine "Notfallbetreuung" für ihre Kinder, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausgestaltet sein kann. Eltern, die keinen systemrelevanten Beruf ausüben, können sechs Wochen lang 67% ihres Nettoeinkommens erhalten, wenn die Kinderbetreuung bei Weiterbeschäftigung nicht gewährleistet werden kann und sie somit zuhause bleiben müssen. Für den Fall, dass das Unternehmen Kurzarbeit beantragt hat, können Eltern eine höhere Lohnfortzahlung erhalten als Arbeitnehmer ohne Kinder.26

Die soziale Distanzierung und die Sorgen um die finanzielle und medizinische Situation belasten die Bürgerinnen und Bürger. Deshalb haben die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung beschlossen, dass Psychotherapien mit Hilfe einer speziellen Video-Software, die den Datenschutz gewährleistet, uneingeschränkt weitergeführt werden können.27

Verschiedene Stiftungen, wie z.B. die Deutsche Stiftung Depressionshilfe, informieren auf ihren Websites darüber, wie man trotz Quarantäne oder Home-Office einen strukturierten Tagesablauf schaffen kann und haben zudem Hotlines eingerichtet, bei denen Betroffene über ihre Ängste und Sorgen außerhalb der Psychotherapie sprechen können.28

5) Corona-bezogene Verhaltenstendenzen gegenüber ausländischen Bürgern

Hinsichtlich der sozialen und psychologischen Dimension der Krise sind seit dem Ausbruch von Covid-19 in Deutschland einige Verhaltenstendenzen in der Gesellschaft zu beobachten, die entweder mit Angst oder sogar mit Fremdenfeindlichkeit zusammenhängen. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, eine unabhängige Anlaufstelle für von Diskriminierung betroffene Menschen, die Rechtsberatung für Menschen anbietet, die - zum Beispiel aufgrund ihrer ethnischen Herkunft - Diskriminierung erfahren haben, hatte im Februar viele Klagen von Bürgern erhalten. Vor allem asiatisch aussehende Bürgerinnen und Bürger berichteten, dass sie in letzter Zeit diskriminiert worden seien, unabhängig von ihrer wahren Herkunft oder ihrem Bezug zu China. Berichten zufolge wurde einem chinesischen Patienten eine ärztliche Untersuchung verweigert, obwohl er völlig andere Symptome als Corona hatte. In Zügen verzichtete man darauf, neben asiatisch aussehenden Personen zu sitzen, und viele weitere solcher Fälle wurden der Behörde gemeldet. 29

Zeitungen berichten, dass asiatische Bürger weiterhin diskriminiert und sogar bedroht oder körperlich angegriffen werden. Im März wurde chinesischen Musikschülern die Aufnahmeprüfung an einem Musikgymnasium in Berlin verweigert, ohne zu prüfen, ob sich die Schüler kürzlich in China oder anderen Risikogebieten aufgehalten haben.30

Amnesty International berichtet, dass die Vermischung der Angst mit bereits bestehenden rassistischen Stereotypen auch in den Medien zu beobachten sei. Die Bild-Zeitung veröffentlichte Anfang Februar einen Artikel mit der Frage, ob man weiterhin Glückskekse essen oder Pakete aus China annehmen könne. Der Spiegel bildete auf dem Titelbild im Februar eine Person in roter Schutzkleidung, maskiert mit Atemschutzmaske und Schutzbrille, und dem Titel: "Corona-Virus -  Hergestellt in China. Wenn die Globalisierung zu einer tödlichen Gefahr wird" ab. Beide Beispiele lägen nicht nur nahe, dass die gesamte chinesische Bevölkerung die Ursache und Verbreitung des Virus war. "Made in China" scheine auch zu implizieren, dass das Virus absichtlich in China "hergestellt" und "exportiert" wurde - ein Argument, das sich auch in kolonial-rassistischen Verschwörungstheorien finde. In ihrem Artikel fordert Amnesty International die Menschen auf, auf diskriminierende Aussagen solidarisch zu reagieren und Einspruch zu erheben.31

Im Internet schlossen sich die Opfer solcher Fälle von Diskriminierung und Rassismus über Twitter zusammen, indem sie ihre Erfahrungen und Antworten unter dem Hashtag #IchBinKeinVirus (das englische Äquivalent #Iamnotavirus bezieht sich auf amerikanische und weltweite Vorfälle) veröffentlichten, um das Bewusstsein zu schärfen und dazu aufzurufen, solches Verhalten zu unterbinden.32

Wie bereits erwähnt, kann man sich an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes wenden, nicht nur um solche Fälle zu melden, sondern auch, um eine erste rechtliche Beratung zu erhalten, wie man juristisch auf Diskriminierungen und Vorfälle reagieren kann. Je nach Fall können die Opfer Schadenersatz für Rufschädigung oder persönliches Leid erhalten.28

Neben der Bundesstelle können sich Opfer von Diskriminierung im Zusammenhang mit dem Coronavirus und Diskriminierung im Allgemeinen an den Antidiskriminierungsverband Deutschland, ein Bündnis unabhängiger Beratungsstellen, wenden und sich persönlich und rechtlich beraten lassen.33

Nicht allzu lange vor Beginn der Pandemie in Deutschland hatte der terroristische Vorfall im hessischen Hanau gezeigt, dass es in Deutschland rassistische und rechtsextremistische Tendenzen gibt, die letztlich zu Gewalttaten führen können. Am 21. März erinnerten Politiker an die Opfer dieses Vorfalls und stellten fest, dass die Diskriminierung asiatisch aussehender Bürgerinnen und Bürger nur zu jener allgemeinen Tendenz beiträgt, der durch stärkere Gegenmaßnahmen begegnet werden müsse, über die die Politiker derzeit diskutieren.34

Der Europarat veröffentlichte kürzlich einen Bericht über Maßnahmen gegen Rassismus und Rechtsextremismus, in dem er für Deutschland intensivere Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen von Rechtsextremismus und Rassismus, effektivere Maßnahmen gegen Hassreden im Internet sowie ein erweitertes Mandat und zusätzliche Befugnisse für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes fordert.35

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Corona-Pandemie bereits erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft, das soziale Leben, das Gesundheitssystem und das politische Klima in Deutschland hat. Es ist offensichtlich, dass das Ausmaß der Schäden für die Wirtschaft in erster Linie von der Dauer der Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Schließung von Arbeitsplätzen abhängt. Gleichzeitig ist es aber auch verständlich, dass die Maßnahmen nicht zu früh gelockert werden sollten, um eine plötzliche und starke Zunahme von Neuinfektionen zu verhindern. Insofern befinden sich das Gesundheitswesen und die Wirtschaft in einem Interessenkonflikt, in dem Maßnahmen sorgfältig abgewogen werden müssen. Denn ein erneuter Anstieg der Zahl der Infektionen und ein daraus resultierender Zusammenbruch des Gesundheitssystems könnte noch schwerwiegendere Folgen für die Wirtschaft haben.

Die Wiederbelebung der Wirtschaft wird nach Aufhebung der Maßnahmen zur Virusbekämpfung vor allem davon abhängen, wie viele kleine und mittelständische Unternehmen gerettet werden können und wie schnell die gewohnten Produktionsketten und Handelspartnerschaften wieder aufgenommen werden können.

Quellenangaben

1  BBC; Coronavirus: Stock bounces as volatility continues (last viewed on April 30, 2020)
2  BBC; Coronavirus: A visual guide to the economic impact (last viewed on April 30, 2020)
3  Statista; Coronavirus: OECD slashes Forecast for World Economy (last viewed on April 30, 2020)
4  IATA; COVID-19 Updated Impact Assessment (last viewed on April 30, 2020)
5  IATA; Air Passenger Market Analysis, March 2020 (last viewed on April 30, 2020)
6  Statista; COVID-19 Impact: Restaurant Industry Collapses Due to Widespread Shutdowns (last viewed on April 30, 2020)
7  European Commission; Coordinated economic response to the COVID-19 Outbreak (Page 4 (last viewed on April 30, 2020))
8  IFO Institut; Corona wird Deutschland Hunderte von Milliarden Euro kosten  (last viewed on May 6, 2020)
9  IFO Institut; ifo Geschäftsklimaindex bricht ein (März 2020) (MARCH 2020) (last viewed on May 6, 2020)
10  ZEIT ONLINE; Wirtschaftsweise halten schwere Rezesssion für unvermeidbar (last viewed on April 30, 2020)
11  Frankfurter Rundschau; Coronavirus in Deutschland: Erste Großstadt führt Maskenpflicht ein (last viewed on April 30, 2020)
12 Bundesregierung; Maskenpflicht in ganz Deutschland (last viewed on April 30, 2020)
13  Merkur; Coronavirus und Grippe: Das sind die Unterschiede – RKI mit neuer Einschätzung (last viewed on April 30, 2020)
14  RKI; Coronavirus SARS-CoV-2 (last viewed on April 30, 2020)
15  Report of WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) (Page 12 (last viewed on April 30, 2020))16  Imperial College COVID-19 Response Team; Report 9: Impact of non-pharmaceuticall interventions (NPIs) to reduce COVID-19 mortality and health care demand (Page 1, 4, 8 (last viewed on April 30, 2020))
17 Bundesregierung; Kontaktbeschränkungen und erste Lockerungen (last viewed on April 30, 2020)
18  Imperial College COVID-19 Response Team; Report 9: Impact of non-pharmaceuticall interventions (NPIs) to reduce COVID-19 mortality and health care demand (page 15 (last viewed on April 30, 2020))
19  HDE; Hilfe für den Einzelhandel (last viewed on April 30, 2020)
20  Bundesfinanzministerium; Corona Soforthilfe: Übersicht der zuständigen Behörden oder Stellen in den Ländern (last viewed on April 30, 2020)
21  Bundesregierung; Nachtragshaushalt 2020 (last viewed on April 30, 2020)
22 Bundesfinanzministerium; Mit aller Kraft gegen die Corona-Krise: Corona-Schutzschild (last viewed on April 30, 2020)
23 Bundesfinanzministerium; Mit aller Kraft gegen die Corona-Krise: Schutzschild für Deutschland (last viewed on April 30, 2020)
24  Bundesregierung; Mehr Rechtssicherheit in Krisenzeiten (last viewed on April 30, 2020)
25  Bundesgesundheitsministerium; Hotlines zum Coronavirus (last viewed on April 30, 2020)
26  Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; Finanzielle Unterstützung für Familien in der Corona-Zeit (last viewed on April 30, 2020)
27  ZEIT ONLINE; Psychisch krank in Quarantäne (last viewed on April 30, 2020)
28  Deutsche Depressions Hilfe; Hinweise an Depression erkrankte Menschen während der Corona-Krise (last viewed on April 30, 2020)
29  Antidiskriminierungsstelle des Bundes; Coronavirus: Gehäufte Anfragen wegen Diskriminierung bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (last viewed on April 30, 2020)
30  ZEIT ONLINE; Rassismus: Ich.Bin.Kein.Virus. (last viewed on April 30, 2020)
31  Amnesty International; Coronavirus: Keine Rechtfertigung für Rassismus (last viewed on April 30, 2020)
32  Twitter; #ichbinkeinvirus ( (last viewed on April 30, 2020))
33  Antidiskriminierungsverband Deutschland; Diskriminierung benennen, Betroffene unterstützen, Gleichbehandlung umsetzen (last viewed on April 30, 2020)
34  Frankfurter Rundschau; Kampf gegen Rassismus – gerade in Corona-Zeiten (last viewed on April 30, 2020)
35  Antidiskriminierungsstelle des Bundes; Europarats-Bericht: Deutschland muss mehr gegen Rassismus tun/Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstützt Empfehlungen (last viewed on April 30, 2020)

Verstärkte Kreativitäts-Initiative aus Yokohama auf der Ambiente

Die diesjährige Ambiente stand leider unter keinem guten Stern, denn die Angst vor dem Corona-Virus und den Auswirkungen des Sturmtiefs ließen die Besucherzahlen stark sinken. Das bekamen leider auch die Aussteller zu spüren, denn 20% weniger Besucher im Vergleich zum Vorjahr ließen auch die Hallen relativ leer wirken.

Texi Yokohama schaffte es dennoch erfolgreich, am Stand im Ausstellerbereich Japan Style Produkte aus Yokohama zu präsentieren. In diesem Jahr stand ein Produkt besonders im Fokus, da es in Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität Yokohamas entstanden ist.

Kreativität in Zusammenarbeit

Aus diesem Grund waren auch Studenten und ein Professor zu Gast in Frankfurt und tatkräftig am Stand involviert. Ein neues Promovideo, das für die Besucher auf zwei Tabletts abgespielt wurde, zeigte den Prozess von Produktdesign bis Fertigung und demonstrierte einen wichtigen Schritt des großen Vorhabens, in Yokohama noch mehr kreative Köpfe mit Herstellern zu verknüpfen, um noch mehr Innovationen zu entwickeln.

Das Swaying Glas, also das wiegende Glas setzt die Produktlinie des Ripple Glas mit dem prägnanten Design von sanften Wasserwellen fort. Es steht nicht auf einer ebenen Fläche, sondern ist rund, so dass es sich im Wind oder bei Berührung in einer wiegenden Bewegung im Kreis dreht. Natürlich waren aber auch wieder die beliebten Stoffservietten und Stofftücher, deren Indigodruck eine hohe Handarbeitskunst Yokohamas ist, sowie die ultraleichten und ohne Werkzeug zusammensetzbaren Uhren wieder zu sehen.

Neue Produkte seien bereits in der Herstellung und die künftigen Besucher der nächsten Ambiente dürfen sich sicherlich schon auf weitere Demonstrationen des hohen Maßes an Kreativität und Fertigungsgeschick freuen, die in Yokohama zuhause sind.

Hier finden Sie den Ausstellungsbericht aus 2019.

Yokohama Pavillon erneut auf der COMPAMED in Düsseldorf

Vom 18.11. bis 21.11.2019 fand in Düsseldorf erneut die Medizintechnikmesse Compamed, gemeinsam mit der Gesundheits- und Medizintechnikmesse Medica in Düsseldorf statt. Auch in diesem Jahr gab es auf der Compamed einen Yokohama Pavillon, bei dem die Yokohama Industrial Development Corporation (IDEC) zusammen mit fünf Firmen aus Yokohama ausstellte.

Die Medica fand zum ersten Mal 1972 statt und Aussteller- wie Besucherzahlen wachsen seither stätig, so dass die Medica mittlerweile die größte Gesundheits- und Medizintechnikmesse geworden ist. Die Compamed, die medizintechnische Geräte und Verfahren vorstellt, wurde zum ersten Mal 1992 veranstaltet, doch auch sie wächst seither beständig. Laut Veranstalterzahlen stellten in diesem Jahr auf der Medica etwa 5500 Aussteller und auf der Compamed etwa 800 Aussteller einen Stand aus. Zusammen verzeichnen die beiden Messen einen Rekord von etwa 121.000 Besuchern.

Die fünf Firmen aus Yokohama, die am Japan Pavillon ausstellten, werden weiter unten vorgestellt. Von diesen fünf waren drei bereits mehrere Male am Yokohama Pavillon, eine Firma stellte letztes Jahr an einem anderen Pavillon aus und eine Firma schloss sich der Ausstellergruppe neu an. Die Stände dieser Firmen waren sehr gut besucht, so dass es dieses Jahr für die Firmen das erfolgreichste Ausstellung war. Außerdem konnte der nah am Yokohama Pavillon gelegene Seminarbereich dieses Mal stärker in die Aktivitäten eingebunden werden, so dass IDEC und die Firma Think Lands ebenfalls Vorträge halten konnten.

Die diesjährige Teilnahme an der Compamed hatte nicht nur die Unterstützung der Firmen aus Yokohama zum Ziel, sondern auch, die Zukunft des Gesundheits-, Medizintechnik- und Biotechnologie-Sektors im Blick, Verbindungen zu deutschen Clustern zu suchen. In diesem Sinne wurde mit mehreren Clustervertretern gesprochen, um künftige Kooperationsmöglichkeiten auszuloten und anzuregen.

Ausstellerfirmen am Yokohama Pavillon

StandAmbienteTexi2019

Texi stellt nachhaltiges Handwerk auf der Ambiente 2019 vor

Das vierte Jahr in Folge stellten die kreativen Köpfe von texi yokohama ihr nachhaltiges Handwerk auf der Ambiente in Frankfurt aus. In insgesamt neun Hallenkomplexen der Messe Frankfurt stellten über 4400 Hersteller in den Bereichen Living, Giving und Dining die neuesten Trends vor und wurden von 136000 Besuchern aus 166 Ländern (Bericht Ambiente 2019 ) wahrgenommen.

Texi yokohama stellte dieses Mal gemeinsam mit einigen weiteren japanischen Herstellern in Halle 8 aus. Der Fokus bei den meisten Ausstellern lag darauf, zum einen die traditionelle Handwerkskunst in einer neuen Produktlinie einzusetzen, um die im Aussterben begriffenen Traditionsgeschäfte erneut zu beleben, aber gleichzeitig auch darauf, bestehende Umweltprobleme durch die Verbesserung oder Anpassung der Produktionsweisen anzugehen. Insgesamt zeigten sowohl Aussteller, als auch Besucher ein hohes Bewusstsein und Interesse für die bekannten 3 R’s, Reduce, Reuse, Recycle.

Nachhaltiges Handwerk

Auch die Beteiligten Designer und Firmen von texi yokohama haben sich diese drei Rs auf die Fahne geschrieben. Die Blister Pack Clock ist ein Beispiel dafür, dass die Produktion von Nahrungsmittelverpackungen nicht nur kurzlebige Wegwerfobjekte zustande bringen kann, sondern auch elegante Produkte, die langfristig genutzt werden können. Denn wenn diese Uhr einmal herunterfällt, geht sie nicht sofort kaputt. Das Material ist superleicht und elastisch genug, dass Ziffernblatt und Hülle sich eher von einander lösen und dann wieder zusammengesetzt werden können, als dass Risse oder andere Beschädigungen entstehen. Dasselbe gilt für die Blisterpack Bilderrahmen.

Außerdem ist texi yokohama ein Teil der ganz wenigen, die sich überhaupt an das Recyclen von Airbags wagen. Während 95% eines Fahrzeugs wiederverwertet werden können, trifft das zumeist nicht auf Airbags zu. Doch texi yokohama beweist, dass es sich lohnt: Aus den alten Airbags werden belastbare Taschen mit interessanten Designs. Das Rebirth Project setzt sich als Teil von texi yokohama stark für Upcycling ein und zeigt, dass aus Altem etwas Modernes entstehen kann.

Compamed2018YokohamaBooth3

Yokohama aktiv auf der Compamed in Düsseldorf

Vom 12. bis 15. November besuchte der Chief Representative die Medizintechnikmesse und den Yokohama Pavillon der Compamed in Düsseldorf. Zusammen mit der weltgrößten Gesundheits- und Medizintechnikmesse Medica wurden in den Hallen zusammen genommen mehr als 120.000 Besuchern gezählt. Die Yokohama Industrial Development Corporation (IDEC) stellte einen Stand im Yokohama Pavillon aus, zusammen mit fünf klein- und mittelständischen Unternehmen, sowie Venture-Unternehmen aus Yokohama. Für IDEC, die japanische Unternehmen bei der Expansion auf den europäischen Markt unterstützt und umgekehrt Unternehmen von Europa auf den Markt von Yokohama, sowie für die fünf Unternehmen aus Yokohama, war es bereits das zweite Jahr, bei der Compamed einen Stand auszustellen und mit europäischen Unternehmen des Gesundheitswesens in Kontakt zu kommen.

Bindeglied des Yokohama Pavillon

Um einer der Hauptaufgaben unseres Büros nachzukommen, war der Chief Representative ebenfalls an diesem Stand vertreten und trug dazu bei, den vielen Besuchern die speziellen Technologien der Unternehmen aus Yokohama vorzustellen. Außerdem fungierte er auch als Bindeglied und Koordinator für die Beziehungen zu JETRO, dem japanischen Generalkonsulat in Düsseldorf und anderen Regierungsorganisationen.

Yokohama stellt für Unternehmen aus dem Gesundheitswesen und aus dem Bereich Bio Life Science einen ausgezeichneten Standort dar. Finden Sie hier heraus, warum und welche Möglichkeiten sich für Ihre Unternehmen ergeben können oder kontaktieren Sie uns direkt.

texi yokohama zeigt Yokohamas Fertigungskunst auf der Ambiente

Yokohamas Fertigungskunst wird auch in diesem Jahr präsentiert durch die Marke texi yokohama mit Produkten voller japanischer Rafinesse, die gleichzeitig von zeitlosem, einzigartigem Design sind. Auf der Ambiente Messe Frankfurt, eine feste Größe für Trends im Bereich Konsumgüter mit Fokus auf Dining, Giving und Living, darf diese Marke nicht fehlen. Ob praktische Aufbewahrungsboxen, Besteck und Geschirr in speziellem Design, ausgefallene Dekoartikel oder witzige Geschenke, hier findet sich alles, was das Leben und Wohnen einfacher, spannender und gemütlicher macht.

Einzigartige Produkte

Doch was die Produkte von texi yokohama einzigartig macht, ist nicht nur ihre Nützlichkeit und Ästhetik im Alltag, sondern vor allem auch der Herstellungsprozess. Durch die Zusammenarbeit von verschiedenen Klein- und mittelständischen Unternehmen ansässig in Yokohama, entstehen ständig neue Ideen und Lösungen in Form von Konsumgütern von hoher Qualität und von hohem Wert.

Besuchen Sie texi yokohama vom 08. bis 12. Februar am Stand B73 in Halle 8.0.

Weitere Informationen zur Messe.

Besuchen Sie auch die texi yokohama Homepage. (Japanisch)

In Yokohama finden Sie Ihren besten Geschäftspartner. Wenn Sie sich für den japanischen Markt interessieren, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.